Stationenweg und Heiliges Grab

Der aus 14 Bildstöcken bestehende Stationenweg ist 1,2 km lang und ist im Rheinland in dieser Form einzigartig. Die kapellenartigen Stationen wurden nach den Plänen des Bonner Kreisbaumeisters Paul Richard Thomann, ein Schüler Karl Friedrich Schinkels, um 1860 anlässlich der Pfarrerhebung Bornheims gebaut. Bornheim war bis dahin kirchlich abhängig von Brenig. 1863 wurden die durchnummerierten Stationen anlässlich einer Mission eingeweiht.

Der Stationenweg vor der aktuellen Sanierung:
Relief einer Kreuzwegstation

Die reliefartigen Passionsbilder lehnen sich an den Kreuzweg des österreichischen nazarener* Malers Joseph Ritter von Führich (1800 – 1876) an (*romantisch-religiöse Kunstrichtung des 19. Jahrhunderts).

Das Heilige Grab
Das Heilige Grab

Von der Klippe in Bornheim-Ort aus stehen die Stationen auf dem nach ihm benannten Stationenweg bis hinauf nach Brenig, der gesamte Stationenweg endet am Heiligen Grab, das der 14. Station folgt. Dessen eindruckvolle Darstellung, 1896 fertiggestellt, befindet sich auf der Rückseite der neugotischen Pfarrkirche. Die Figurengruppe des Heiligen Grabes befindet sich in einer am 12. Februar 1911 geweihten offenen Andachtskapelle. Diese mehrfarbige Figurengruppe osientiert sich an traditionellen Vorbildern, deren Gesichtszüge an damals lebenden Breniger Bürgerinnen und Bürgern erinnern.

Auf dem Hangfriedhof unterhalb des Heiligen Grabes wurde 1998 in formaler Übereinstimmung mit den 14 Kreuzwegstationen ein zusätzlicher Auferstehungsbildstock errichtet. In dessen Nische befindet sich eine nach süddeutschem Vorbild geschaffene barocke Statue des österlichen Gottessohnes mit segenspendendem Gestus.

Die Errichtung dieses Bildstocks, sozusagen als Erweiterung des Kreuzwegs entlang des Stationenweg, war den Breniger Eheleuten Marion und Franz-Josef von Kempis aus dem Haus Rankenberg ein besonderes Anliegen. Die Station wurde daher in Anlehnung an die Kreuzwegstationen gestaltet und bewusst auf dem Friedhof und hier direkt unterhalb des Familiengrabs der Familie von Kempis errichtet.

Wer die Kreuzwegstationen von Bornheim nach Brenig gegangen ist, kann nach der Darstellung des Heiligen Grabs hinter der Kirche St. Evergislus auf dem Friedhof als Abschluss die Station mit dem Auferstandenen besuchen. Entstanden ist ein so selten zu findender Weg der figürlichen Darstellung des christlichen Glaubens vom Karfreitag bis zum Ostermorgen. Gerade die Errichtung der Andachtsstation mit dem Darstellung des Auferstanden auf dem örtlichen Friedhof bringt in besonderer Weise die christliche Hoffnungsperspektive – gerade auch nach manchem Leidensweg und entsprechender Trauer von An- und Zugehörigen – zum Ausdruck.

Der Stationenweg wird unter der Nr. 121 in der Denkmalliste der Stadt Bornheim geführt.

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Sanierung des Stationenwegs

Zur Zeit (Stand Januar 2021) werden die Stationen des Stationenwegs durch eine Projektgruppe der bürgerlichen Stiftung Sankt Evergislus umfassend und aufwändig saniert.

Neben der finanziellen Herausforderung müssen die Arbeiten alle im Sinne und in Absprache mit dem Denkmalschutz und zur Beantragung von Fördermitteln genau beschrieben und dokumentiert werden. Dazu bedurfte es mehrerer Begehungen mit fachkundigen Personen. So wurde gemeinsam die notwendigen Arbeiten an den Tontafeln und die genaue Farbgestaltung der oberen Putzflächen, der Sockel und der Innenwände festgelegt (siehe Bilder unten). Die stark in Mitleidenschaft gezogenen Spruchtafeln in der Bildstocksockeln (siehe Bilder oben, Stationen 11 bis 14) sollen durch haltbare Natursteinplatten ersetzt werden.

Mittlerweile sind alle Arbeiten und Kosten erfasst. Dank der guten fachlichen Zusammenarbeit mit der unteren und oberen Denkmalschutzbehörde sind die Anträge u.a. an die Stiftung Denkmalschutz und an die Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln fertiggestellt.

Inzwischen wurde außerdem in Eigenleistung an verschiedenen Stationen eine Vorfläche gepflastert und mit Kantsteinen versehen bzw. diese wieder in Stand gesetzt.

Mut machen die ersten mitunter großzügigen Spenden. So sind bisher schon an die 3.000 Euro gespendet worden. Das gibt Schwung, daher können wir nur sagen: bitte so weitermachen!

Jetzt ist Ihre Unterstützung gefragt!

Spenden Sie einen Buchstaben, eine Natursteinplatte oder eine ganze Spruchtafel:
Jeder Buchstabe zählt: … 10 EUR
Natursteinplatte (unbeschriftet): … 100 EUR
Komplette Natursteinplatte (Spruchtafel inklusive Inschrift): … 450 EUR


Jeder Euro hilft:
Bürgerliche Stiftung Sankt Evergislus, Brenig
Kreissparkasse Köln
IBAN: DE 97 3705 0299 0046 0104 23


Natürlich erhalten Sie von uns eine Spendenquittung über den jeweiligen Betrag. Bitte vermerken Sie Ihren Namen und Ihre Adresse auf der Überweisung.

Wir bedanken uns bei allen, die durch eine Spende die dringend notwendige Sanierung des Stationenwegs ermöglichen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus Denkmalschutzgründen keine Spenderverweise mit Namensnennung an den Stationen anbringen dürfen.

Der Vorstand bürgerliche Stiftung Sankt Evergislus