„Schenken“ – wohin mit alten Büchern?

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Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.


Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.


Schenke mit Geist ohne List.
sei eingedenk,
dass dein Geschenk
Du selber bist.


Ringelnatz

Brenig, im März 2021
Liebe Leser*innen der Pfarrbücherei St. Evergislus,
liebe “Schenker“,

mit diesem Gedicht möchten wir Euch für ein immer wieder auftauchendes Problem sensibilisieren. Das Thema: „Wohin mit meinen alten Büchern, wenn ich sie nicht mehr brauche“.

Wir als Bücherei erleben es immer wieder, das Taschen und Kisten voller alter Bücher oder Spiele vor unsere Tür abgestellt werden, anonym ohne einen Hinweis, und wir dann mit diesen alten “ Schätzen“ sitzen gelassen werden.
Weder können wir Danke sagen, noch uns mit dem Verschenker in sinnvoller Weise auseinander setzen.
Ja, wir freuen uns auch hin und wieder über aktuelle ( max. 1-2 Jahre) alte Bücher als Geschenk, damit sparen wir uns manchmal die Anschaffung und können ein anderes Buch erwerben.
Aber mal ehrlich, wer denkt ernsthaft an das Kinderbücher von 1972, bekritzelt, verschmutzt, mit alter Rechtschreibung und mit Eselsohren, das nicht mehr zum Verleihen taugt? Noch nicht einmal für unsern Bücherflohmarkt können wir solche alten Bücher nutzen. Damit Ihr alle versteht was ich meine, habe ich ein paar Fotos gemacht:

Es ist manchmal schwer, sich von Sachen zu trennen, und Bücher sind noch ein spezielleres Thema, das ist uns bewusst! Aber den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unserer Bücherei die Last aufzubürden, die Bücher zu entsorgen und somit eine Entscheidung abzunehmen, ist leider auch keine Lösung!

Möge das Gedicht jedem ein Wegweiser sein und bewusst mache, was Schenken wirklich bedeutet!

Antoinett Fangmann
Ehrenamtliche Leiterin der St.Evergislusbücherei Brenig

Fotos: Pfarrbücherei St. Evergislus